"Länderen" – Die Urschweiz als Sprach- (wissens)raum

 

 

 

 

Die Untersuchung geht die Sprache der Urschweiz aus zweifacher Perspek­tive an: An ausgewählten Orten der beiden Halbkantone Ob- und Nidwalden wird einerseits die objektsprachliche areale und soziale Sprachvariation erhoben, die im Ab­gleich mit den Daten des „Sprachatlas der deutschen Schweiz“ (1962-1997) einen allfälligen Dialektwandel nachzeichnen kann. Andererseits wird danach gefragt, wie die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Kantone ihr raumbezogenes Sprachwissen über die Urschweiz und angrenzende Regionen organisieren und welche sprachlichen und nicht-sprachlichen Merkmale sie den mental repräsentierten Spracharealen zuschrei­ben. Es soll dabei überprüft werden, ob aktuelle und/oder historische politische Ver­bünde (wie die Urschweiz, die Fünf Orte, die Kantone) für die Strukturierung des sprach­raumbezogenen Wissens eine Rolle spielen. Das sozio- und wahrnehmungsdialekto­logisch angelegte Projekt erlaubt überdies die Gegenüber­stellung von objektsprachlichen und sprachkonzeptionellen Sprachdaten und kann damit einen allfälligen Zusammenhang zwischen alltagsweltlichen Wissensstruktu­ren und dem objektsprachlichen Befund von Dialektstase und Dialektwandel aufde­cken.

 

Unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds